Datenbanken in der Paläontologie

Vorschlag aus der Arbeitsgruppe Datenbanken in der Paläontologie zur Zusammenführung paläontologischer Datenbanken


Bei der Tagung der Paläontologischen Gesellschaft in Zürich 1999 wurde angeregt (s. Internet-Bericht über den Workshop am 24.9.99), im Laufe der nächsten beiden Jahre Vorstellungen zu entwickeln, auf welche Weise alle paläontologischen Datenbanken in ein einheitliches System eingebunden werden können. Es soll der Versuch unternommen werden, die Geokommission bei der Erstellung eines Allgemeinen Paläontologischen Informationssystems einzubeziehen.

Als Folge dieses Auftrags der Arbeitsgruppe "Datenbanken in der Paläontologie" ist der folgende Beitrag "PaleoWeb - Integrierte Nutzung verteilter heterogener paläontologischer Datenbanken" entstanden, der der Senatskommission für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft vorgelegt werden soll. Dies ist verbunden mit der Bitte um Prüfung der Frage, ob die Geokommission Möglichkeiten zur Realisierung des Vorhabens der Schaffung eines umfassenden Datenbanksystems PaleoWeb für die Integration erdwissenschaftlicher Datenbanken sieht.

Problemlage: Die Geokommission hat mehrfach, in besonders deutlicher Weise 1991 (Mitteilung XXI der Senatskommission für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung, Paläontologische Forschung, Stand und Ausblick 1991, S.61, 1992.), die Notwendigkeit des Aufbaus paläontologischer Datenbanken hervorgehoben. Im Abschnitt "Neue Methoden" des Kapitels 4.3 Innovative Forschung (S.61) heißt es: "Es ist dringend notwendig, paläontologische Datenbanken aufzubauen, die einen raschen Überblick über den taxonomischen Umfang der Fossilgruppen und über die einschlägige Fachliteratur ermöglichen. Hierdurch kann das paläontologische Material überschaubar gemacht werden. Die Mitarbeit deutscher Paläontologen am Aufbau internationaler Datenbanken sollte nachdrücklich unterstützt werden."

Die Problematik von Insellösungen, die bei der Bewilligung einzelner Datenbankprojekte entsteht, hat bereits in den achtziger Jahren bei Förderungsanträgen an die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine Rolle gespielt. Der Einsatz von Elektronischer Datenverarbeitung in umfangreichen Projekten schien der DFG mit guten Zukunftsaussichten nur dann gerechtfertigt, wenn diese untereinander vernetzt im Verbund mit einem größeren Hostrechner arbeiten, der auch von anderen Arbeitsgruppen genutzt werden kann.

In den vergangenen 10 Jahren wurden bei einer Reihe von Datenbanken vielfältige Erfahrungen gesammelt, die die Verbindung von Datenbanken in der Paläontologie nahe legen. Hierbei sind folgende Aspekte sind von praktischer Bedeutung:

  1. Da die Datenbanken in der Paläontologie haben fast ausschließlich einen Orts- und Zeitbezug haben, kann eine gemeinsame Netzstruktur die Verbindung unterschiedlicher Datenbanken ermöglichen. Dadurch gelingt die Zusammenführung einer vielgestaltigen Datenmenge aus vergleichbaren Zeiträumen.
  2. Die Betreiber von Datenbanken werden angehalten, gewisse Standardisierungen einzurichten, die die Vernetzung erleichtern.
  3. Bei Ausscheiden von Bearbeitern bleibt die Datenbank weiter erhalten und allgemein nutzbar. Die Weiterführung von Datenbanken nach Ausscheiden des Erst-Einrichters wird zugleich erleichtert.
  4. Durch das Internet kann unter Umständen der Zugang global erfolgen; die internationale Verzahnung, wie sie die Geokommission vor 10 Jahren empfahl, kann mithilfe eines gemeinsamen Systems leichter erzielt werden.

Um eine Diskussionsgrundlage für die hier aufgezeigte Problematik zu schaffen, habe ich der Geokommission den folgenden Arbeitsvorschlag zugeleitet, der den geschilderten Anforderungen entspricht.

Arbeitsvorschlag

Tübingen, den 29. März 2000, Prof. Jürgen Kullmann


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Anfragen und Kontakt: Jürgen Kullmann (Tübingen)

Verantwortlich für die Internetseiten : Hannes Löser (Hermosillo, Mexiko)


Erstellt : 29.3.2000