Datenbanken in der Paläontologie

Protokoll des Workshops am 24. September 1999 in Zürich


1. Vorstellung der Projekte

Frau O. Dietl aus Stuttgart (Staatliches Museum für Naturkunde, Stuttgart) führte an Hand von Abbildungen ihre Datenbank zur Brachiopoden-Systematik vor, die Exemplare von Fossilien nach verschiedenen morphologischen Kriterien in ausführlicher Form in einer Reihe von Parametern erfaßt. Die Suche kann sehr unterschiedliche Kriterien betreffen.

2. Einrichtung einer Art Newsgroup

Herr Löser (z.Z. Sendai/Japan) schlug eine Newsgroup vor, in der Datenbank-Probleme unmittelbar quasi "on-line" diskutiert werden können. Hierbei sollten Datenstrukturen, Datenstandardisierung, Erfahrungen mit neuen Anwendungen, Ersuchen um Unterstützung und eventuell Ausschreibung von einschlägigen Diplom- und Promotionsthemen in zwangloser Weise behandelt werden können. Da sich herausstellt, daß noch nicht alle an Datenbanken Interessierten unbeschränkten Zugang zum INTERNET haben, wird vorgeschlagen, allgemein interessierende Fragen nicht nur in der Homepage Datenbanken zu behandeln, sondern in Einzelfällen als e-mail-Rundschreiben zu versenden.

3. Einrichtung eines Listservers

In diesem Zusammenhang wird die Einrichtung eines Listserver-Dienstes vorgeschlagen, der gleichfalls auf e-mail-Basis einen schnellen und allgemein zugänglichen Erfahrungsaustausch ermöglicht. Dies wäre einfacher zu handhaben als eine Newsgroup. Herr Löser wird sich darum kümmern und über e-mail informieren.

4. Standardisierung von Datenstrukturen und Schnittstellen

Ein weiterer Diskussionsbeitrag von Herrn Löser über Standardisierung von Strukturen und Schnittstellen bei paläontologischen Datenbanken führte zu einer breiten Aussprache. Sicher ist es wenig sinnvoll, alle vorkommenden Strukturen außerordentlich detailliert auszuführen, weil derartige Datenbanken dadurch in unerwünschter Weise aufgebläht werden und schwerer zu handhaben sind. Das Ziel sei es doch, Daten austauschbar zu machen, d. h. einmal erfaßte Daten auch mit anderen Programmen verarbeiten zu können. Dieser Punkt wird vermutlich wichtiges Diskussionsthema im elektronischen Austausch sein.

5. Insellösungen

In den Mittelpunkt rückte die oft diskutierte Frage der Vermeidung von "Insellösungen" im Datenbank-Bereich. Fördermittel aus öffentlichen Förder-Instrumenten (etwa der DFG) werden vermutlich künftig nur vergeben werden, wenn die Einbindung der spezifischen Datenbank in ein allgemeines System vorgesehen ist, weil nur dann die allgemeine Nutzung der erfaßten Daten auch nach Beendigung der Forschungstätigkeit auf diesem Gebiet möglich ist. Es wird die Frage aufgeworfen, ob die Paläontologen ähnlich wie in Großbetrieben eine Struktur entwickeln könnten, innerhalb der alle paläontologischen Datenbanken eingebunden wären. Eine Gemeinsamkeit der paläontologischen Datenbanken liegt zum Beispiel in der Angabe der Zeit - nicht nur Fossilien haben eine zeitliche Ausdehnung, sondern auch sonstige paläontologisch erfaßbare Strukturen, wie etwa Riffe. Herr Kullmann wird diesen Fragen nachgehen (Anregungen hierzu sind jederzeit erwünscht).

6. Erstellung eines Allgemeinen Paläontologischen Informations-Systems

Es wurde angeregt, im Laufe der nächsten beiden Jahre Vorstellungen hierzu zu entwickeln und bei der Tagung der Paläontologischen Gesellschaft in Oldenburg im Jahre 2001 vorzustellen. Sinnvoll ist der Versuch, die Geokommission, die seinerzeit Datenbanken als eine wichtige Voraussetzung künftiger paläontologischer Forschung bezeichnete und als besonders förderungswürdig ansah, bei der Erstellung eines Allgemeinen Paläontologischen Informations-Systems einzubeziehen.

7. Nächstes Treffen

Es wird vorgeschlagen, die Jahresversammlung der Paläontologischen Gesellschaft 2000 in Coburg als Termin für den nächsten Workshop ins Auge zu fassen.


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Details zu Anwendern.

Verantwortlich für die Internetseiten und Kontakt: Hannes Löser (Hermosillo, Mexiko)


Protokoll aufgezeichnet von Jürgen Kullmann -- Erstellt : 28.10.1999 -- Aktualisiert: 5.11.2001